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Evolution im Schnelldurchlauf: Landwirtschaft im Regenwald beeinflusst Samengröße

Meldung vom Freitag, 31. Mai 2013 - Evolution in der Natur verbinden wir eigentlich mit einer Verbesserung - das muss aber nicht immer so sein.

Das zeigt eine Untersuchung von Palmensamen im brasilianischen Regenwald. Wissenschaftler berichten im Fachmagazin "Science", die seien in den vergangenen 200 Jahren kleiner geworden, die Samen damit schwächer. Die Forscher aus Lateinamerika und Spanien hatten 9.000 Samen von Palmen im Regenwald Brasiliens gesammelt. Dazu wählten sie unberührte Orte und welche, an denen schon lange Kaffee oder Zuckerrohr angebaut wurde. Sie berichten: Auch, wenn man Unterschiede des Bodens und Klimas einbezieht, waren die Samen aus den Gebieten der Plantagen kleiner. Die Veränderungen traten den Genanalysen zufolge schon 100 Jahren nach Anbaubeginn auf.

Die Forscher erklären sich das so: Die Landwirtschaft hat große Vögel vertrieben, die mit ihren Schnäbeln die großen Samen knacken konnten. Die übrig gebliebenen kleinen Vögel konnten nur kleine Samen essen und verbreiten - sodass sich Palmen mit kleinen Samen eher vermehrten. Die Forscher sehen das als Beleg dafür, dass der Mensch rasante evolutionäre Veränderungen in der Natur auslösen kann.

Quelle: DRadio Wissen

 

 

 




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