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Rhesusaffen

Mit Affen kann man rechnen

Meldung vom 18.12.2007 - Die Tiere sind beim Zusammenzählen ähnlich gut wie der Mensch

Rhesusaffen können rechnen: In Experimenten von amerikanischen Wissenschaftlern zählten sie zwei Gruppen von Punkten zusammen und konnten das Ergebnis einem dritten Bild von Punkten richtig zuordnen. Diese rechnerische Leistung funktioniert ohne Worte und ist Teil einer mathematischen Grundausstattung, die sowohl Affen als auch Menschen besitzen und die in der gemeinsamen Entwicklung entstanden ist.

Wer in der Lage ist, Zahlen zusammenzurechnen oder voneinander abzuziehen, hat ein mentales Verständnis von Zahlenwerten. Beim Menschen sind diese mathematischen Fähigkeiten an Sprache oder Symbole gekoppelt, über die die mathematischen Operationen ausgedrückt werden. Bei Tieren gibt es hingegen kein solches von der Sprache abhängiges Konzept. Obwohl bekannt war, dass Tiere eine Vorstellung von Zahlenmengen haben und diese auch miteinander vergleichen können, war bislang fraglich, ob sie auch einfache Rechenschritte wie das Addieren ausführen können. "Unsere Studie zeigt, dass sie es können", erklärt die Wissenschaftlerin Jessica Cantlon.

An einem Bildschirm zeigten die Forscher den Rhesusaffen unterschiedliche Mengen von Punkten. Genau wie Menschen konnten diese die Zahlenwerte abschätzen und zusammenzählen. Wurden ihnen zwei Auswahlmöglichkeiten von Ergebnissen gezeigt, entschieden sie sich für ein Bild von Punkten, das dem richtigen Endergebnis entsprach. College-Studenten mussten sich dem gleichen Test unterziehen. Bei ihnen galt die Einschränkung, dass sie die einzelnen Punkte nicht zählen durften. Mensch und Tier lagen in Geschwindigkeit und Präzision in etwa gleich auf, und für beide war es auch gleich problematisch, wenn sich die richtige und die falsche Auswahl sehr ähnelten.

Menschen greifen auf eine solche einfache Art der Addition nur dann zurück, wenn wie in dem Versuch keine präzisere Symbolgebung benutzt werden kann. Bei Tieren kommt dieses primitive Rechnen auch im praktischen Alltag vor. So zeigen frühere Studien, wie sich Tiere mitunter sehr geschickt anstellten, was das Zusammenzählen von Futter angeht. Addieren kann also ein wichtiger Vorteil sein – beispielsweise, wenn weit verstreute Nahrung gefunden werden muss.

Jessica Cantlon (Duke Center für Kognitive Neurowissenschaft, Durham) et al.: PLoS Biology, Band 5, S. e328

wissenschaft.de – Christina Taraschewski
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by Dr. Radut